Zimthunde

ZIMTHUNDE und andere kurze Texte von Margit Heider

Gerechtigkeit

In der Jugend meinen wir, das Geringste, das die Menschen uns gewähren können, sei Gerechtigkeit.

Im Alter erfahren wir, dass es das Höchste ist.

Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1911

Vielleicht war ich 16 Jahre alt, als ich diese Worte in einem dünnen Büchlein gelesen habe. Damals dachte ich über den ersten Teil: „Aber natürlich!“

In letzter Zeit fällt mir manchmal dieser Text wieder ein. Inzwischen denke ich über den zweiten Teil: „Ja. Leider.“

Du kannst!

Du kannst! So wolle nur!

Goethe, Faust, Kapitel 28

Das Problem der Macht

Für die erste Überarbeitung meines Romanmanuskripts habe ich mir das Buch von Hans-Jürgen Wirth „Narzissmus und Macht“ noch einmal hervorgeholt und finde diesen Satz angestrichen:

Horst-Eberhard Richter sieht in der Verleugnung unserer Sterblichkeit eine der wesentlichen Ursachen für den „Gotteskomplex“ des neuzeitlichen Menschen.

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Von Julien Green:

Mächtige, zerfetzte Wolken glitten über ihnen dahin wie von einem Irren in Stücke gerissene Laken.

Aus: Jeder Mensch in seiner Nacht.

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Updaten und Sichern

Posten einer Selbstverständlichkeit: Daten Sichern!!!!

Grund: Freitag Update runtergeladen, seither geht nichts mehr. Computer bootet nicht.

„Forensik“, wie es mein Computertechniker nennt, lasse ich nicht betreiben. Kurzum: Zurück auf Werkseinstellung.

Wohl mir, die ich zwanghaft nach jeder Arbeitssitzung extern speichere (wie jeder andere Schreibende auch).

45.376 Wörter Rohfassung sind sicher! Solange ich auf den Anruf des Technikers warte, tauche ich hier im Blog auf, bin aber bald wieder weg für die nächsten 40.000 Wörter.

Apropos Update: Auch das Trauerweidlein draußen hatte seine Widrigkeit – wochenlange Trockenperiode – und sieht nach Mitte Rohfassug aus.

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Rückblick  zum Start am 21.03.2016:

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Du wartest

Ich bin gleich zurück, wart hier, sagte sie.

Und er: Ich komm mit.

Und sie: Lass mich los, Peter. Doch er stand schon auf, um ihr zu folgen. Nun drückte sie ihm den kleinen Koffer entgegen und presste ihn mitsamt dem Koffer auf die Bank zurück. Peter musste jetzt den Koffer auf dem Schoß festhalten, er konnte nicht mehr nach ihr greifen.

Du wartest. Das sagte sie streng.

Aus: Julia Franck, Die Mittagsfrau

 

Die Mutter kam nicht wieder.

 

An die beklemmenden Bilder im Prolog von Julia Francks großartigem Roman Die Mittagsfrau musste ich denken, als ich am Samstag auf einen ICE wartete und dann mein Kind in Empfang nahm.

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Zur Erinnerung

Dieses Schildchen habe ich gerade in meinem weißen Pullover entdeckt:

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